Schlagwort-Archive: Hochschule fuer Internationales Management Heidelberg

Petra Blaisse: „Light is important to give objects a meaning“

https://twitter.com/erco_lighting/favorites

 Von Ina Kosicki, Studentin an der Hochschule für Internationales Management Heidelberg

Wir alle kennen sie: die unzähligen Bauwerke, die, nachts aufwändig beleuchtet, oft noch viel imposanter wirken, als im Tageslicht. Selten nehmen wir sie in ihrer gesamten Intensität wahr. Doch was wir meistens mit der Bemerkung: “Ist halt ganz nett angeleuchtet…“ abtun, ist ein Meisterwerk der Inszenierung. Wer den Auftrag für die #Installation der richtigen Strahler an der richtigen Stelle bekommt, darum wetteifern die Großen der #Leuchtenindustrie. Doch was steckt hinter dem In‐Szene-Setzen architektonischer Werke und welchen Blick müssen wir entwickeln, um nächstes Mal nicht einfach an dem ‚nett angeleuchteten‘ Gebäude vorbeizulaufen?

Zunächst einmal gilt es, sich ein wenig mit dem Fachjargon zu befassen: Worin liegt der Unterschied zwischen „Lichtarchitektur“ und „Architekturlicht“? Joachim Teichmüller, der Gründer des ersten deutschen Instituts für Lichttechnik in Karlsruhe, prägte den Begriff der „Lichtarchitektur“ schon 1926 als eine Architektur, die „das Licht als Baustoff begreift und bewusst in die architektonische Gesamtgestaltung einbezieht“ (Ganslandt, Hofmann, 1992). Folglich werden architektonische Elemente hervorgehoben, also in Szene gesetzt. Im Gegensatz dazu sorgt das Architekturlicht dafür, dass Bauwerke gleichmäßig beleuchtet werden (Wikipedia, no date).

Soweit zur Theorie. Doch was macht denn nun die #Lichtarchitektur aus? Und wer sind überhaupt die „Lichtarchitekten“?

Zu den weltweit führenden Lichtarchitekten zählen beispielsweise die Experten der #ERCO GmbH mit Sitz in Lüdenscheid. 1934 gegründet, kann die Firma sich heute als weltweiten Vorreiter im Bereich des In‐Szene‐Setzens von Innen- und Außenräumen bezeichnen. Der hohe Sachverstand seitens ERCO spiegelt sich in der Entwicklungsstärke und Technologiekompetenz – insbesondere in der #LED-Optoelektronik – wider (Hrsg. IHK Arnsberg, 2013).

„ERCO Lichtwerkzeuge beleuchten (…) deshalb heute herausragende Bauwerke wie den Berliner Reichstag oder die National Portrait Gallery in London ebenso effektvoll wie Flagship-Stores etwa von Diesel Jeans, Dolce & Gabbana oder National Geographic sowie die Flughäfen in Malaga, Dubai, Montevideo und London-Stansted.“

(Hrsg. ERCO GmbH, 2012)

 Um nun die Frage zu klären, was Lichtarchitektur ausmacht, werfen wir am besten einen Blick auf konkrete Projekte, ebenfalls am Beispiel von ERCO:

Burj-Al-Arab
Der #Burj al Arab in #Dubai, der Turm der Araber, ist mit seinen 321 Metern das höchste Hotel der Welt. ERCO hat hier in mehreren Teilbereichen für die Innenbeleuchtung gesorgt. Durch die Installation der ERCO-Leuchten wird der Glanz des 22-karätigen Blattgoldes verstärkt. Der jeweilige Einfallswinkel des Lichts hebt kleinste Details wie Rundungen, Kanten und Verzierungen deutlich hervor. Wenn man vom Foyer aus nach oben sieht, fällt auf, dass jede Etage eine eigene Deckenfarbe besitzt. Somit entsteht ein Farbverlauf, der durch die jeweilige Beleuchtung, die in Lichtfarbe (warmes oder kaltes Licht), Intensität und Einfallswinkel variiert, verstärkt wird (Hrsg. Maack, 2001). Ohne den Einsatz entsprechender Beleuchtung würde man viele architektonische Details gar nicht wahrnehmen. Die Lichtarchitektur unterstützt hier also den Ornamentreichtum des arabischen Architekturstils und verhilft dem Gebäude erst zu seiner vollen Strahlkraft als Symbol der modernen arabischen Welt.

burj al arab_säuleBurj_Al_Arab_Interior

 

 

 

 

 

 

 

Gold, silbern oder weiß im Tageslicht schimmernd erhebt sich #Frank O. Gehrys Guggenheim Museum zwischen den Industriebauten, Hafenanlagen und Schnellstraßen des baskischen Bilbaos. Hier hat ERCO nicht nur die Innen-, sondern auch die Außenbeleuchtung übernommen. Im Zentrum des ca. 24.000 m2 großen Museums steht das 50 m hohe Atrium mit seinem Glasdach. „Zum einen wirkt es (das Atrium) wie das Form‐ und Materialkonzentrat des gesamten Gebäudes: Stein, Glas, Titan, Kurven, gerade Linien, Undurchsichtigkeit, Transparenz, offene Sichten und verborgene Winkel finden zu einem sinnlichen Zusammenspiel. Zum anderen erschließt sich von hier aus über gekurvte Brücken, gläserne Lifte und Treppentürme das Museum.“ (Hrsg. Maack, 1998) Hier wurden also alle möglichen architektonischen Materialien und Formen in Einklang gebracht. Und genau diese sind es, die das #Zusammenspiel von #Licht, #Schatten und #Lichtreflektion bei Nacht noch eindrucksvoller machen. Durch die Glasfronten scheint warmes, leicht oranges Licht, die metallene Fassade wird stellenweise angestrahlt und schimmert golden bis fast silbern. Im Eingangsbereich scheint die Front durch das eher kalte Licht beinahe weiß. Umgeben von Wasser, spiegelt sich das #Guggenheim Museum und wirkt somit noch imposanter. Wie beim Burj al Arab in Dubai werden auch hier die Konturen und Unterschiede der Materialien hervorgehoben. Besonders das „schuppige“ #Titan an sich und die Farbunterschiede seiner einzelnen Platten werden durch die #Lichtakzente betont.

guggenheimbilbaoGuggenheim-Museum-Bilbao8

 

 

 

 

Doch welche Aspekte leiten die Lichtplaner bei der Inszenierung eines Gebäudes? Wie gehen sie an diese extrem anspruchsvolle Aufgabe heran? – Hierbei spielen der Funktionszweck des jeweiligen Gebäudes, dessen Standort sowie kulturelle und wahrnehmungspsychologische Aspekte eine wichtige Rolle.

Bei einem Hotel wie dem Burj al Arab ist es wichtig, „dem Gast mit einer schlüssigen #Dramaturgie ein #Erlebnis für alle #Sinne bieten zu können“ (www.erco.com, no date). Hier zählt es, ein Konzept auszuarbeiten, das Licht, #Raum und Zeit verbindet und eine angenehme #Atmosphäre schafft, in der sich der Gast wohlfühlt. Um szenografische Lichteffekte zu schaffen, empfiehlt es sich, eine #Lichtsteuerung zu installieren (www.erco.com, no date). Durch ihre Automatisierung können die Betreiber des Gebäudes einfacher auf sich ändernde Tageslichtverhältnisse reagieren. Ebenso können einzelne Hotelbereiche variabel in Szene gesetzt werden, beispielsweise für #Themenevents, da zwischen warmem und kaltem Licht und verschiedenen Farben variiert werden kann. Somit lässt die Installation einer Lichtsteuerung die #Kreation von verschiedenen Atmosphären in ein und demselben Raum zu.

Um Fassaden nachhaltig inszenieren zu können, gilt es, sich klar zu machen, dass „unsere visuelle #Wahrnehmung vertikale Flächen heller wahrnimmt als horizontale und ihnen damit die höchste Relevanz beimisst“ (www.erco.com, no date). Lichtarchitekten gliedern daher große Flächen durch #Lichtakzente, um Säulen und Gesimse hervorzuheben. Feinheiten können am besten mit #Streulicht verdeutlicht werden. Dieses findet sich auch beim #Guggenheim Museum in #Bilbao: die Unterschiede der Titanoberfläche werden durch das Streulicht reliefartig hervorgehoben. Hier ist es bei der Auswahl der Leuchten jedoch wichtig, auf Streulichtfreiheit und gute Abblendung zu achten, um #Lichtsmog zu vermeiden (www.erco.com, no date), denn das Guggenheim Museum befindet sich mitten in der Stadt und die Beachtung von Umweltaspekten ist hier ein wichtiges Thema.

Mit viel technologischer Expertise und interdisziplinärem Fachwissen entsteht so eine eigenständige „Lichtarchitektur, die die nächtliche Erscheinung von Gebäuden, Städten und Landschaften prägt“ (ERCO GmbH, 11.04.2012), und dem Inneren eines Bauwerkes eine ganz bestimmte Atmosphäre verleiht.

Bleibt noch die Frage zu klären, warum ein #Weltmarktführer im Bereich Licht seinen Hauptsitz im beschaulich abgelegenen Lüdenscheid hat. Klaus J. Maack, Seniorchef von ERCO, tut dies gern mit einem Augenzwinkern ab: “Vielleicht liegt das am dunklen Sauerland?“

 

 

Quellen:

Literatur:

Frye, T., Hackenberg, D., Kottenhahn, L. und Schmidt, R. in Kooperation mit IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland, Südwestfälische IHK zu Hagen, IHK Siegen (2013) Weltmarktführer und Bestleistungen der Industrie aus Südwestfalen (3. Auflage) , Seite 39

Ganslandt, R., Hofmann, H. (1992) Handbuch der Lichtplanung (1. Auflage)

Maack, K. J. (1998) ERCO Lichtbericht 57

Maack, K. J. (2001) ERCO Lichtbericht 65

Maack, T. H. (2012) ERCO Lichtbericht 94

 

Online:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtarchitektur, accessed: 04.04.2015

http://www.licht-akzente.de, accessed: 04.04.2015

http://www.lichtarchitektin.de/index.php, accessed, 04.04.2015

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtdesign, accessed: 04.04.2015

https://books.google.de/books?id=J8caWe6p8egC&pg=PA1087&lpg=PA1087&dq=lichtarchitektur+nach+teichmüller&source=bl&ots=P1HJByrlIM&sig=D__tnGhzU_8UuD8lP1skd2d9VYg&hl=de&sa=X&ei=HyoyVfDnIILparf8gfgM&ved=0CC4Q6AEwAw#v=onepage&q=lichtarchitektur%20nach%20teichmüller&f=false, accessed: 07.04.2015

http://www.mischakuball.com/texts/9-texts-texts/136-christoph-assendorf.html, accessed: 07.04.2015

http://www.baulinks.de/webplugin/2007/0997.php4, accessed: 07.04.2015

http://www.baulinks.de/webplugin/2001/0444.php4, accessed: 07.04.2015

http://www.highlight-web.de/news/newsanzeige/article/stift-klosterneuburg-von-erco-eindrucksvoll-in-neues-licht-gerueckt.html#.VOWkVy7guK0, accessed: 07.04.2015

http://www.thai-event.com/assets/applets/Licht_und_Szenografie.pdf, accessed: 07.04.2015

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&ved=0CFEQFjAI&url=http%3A%2F%2Fwww.archplus.net%2Fdownload%2Fartikel%2F1306%2F&ei=DKHlVK2uJ4qBPfD7gegH&usg=AFQjCNGvJJWHBDePzOH580amzAEtknxktg&bvm=bv.85970519,d.ZWU, accessed: 07.04.2015

http://media4.heinze.de/media/60189/pdf/15230933px595x841.pdf, accessed: 10.04.2015

http://www.erco.com/projects/focus/events/review-of-the-light-building-2014-5958/de/, accessed: 10.04.2015

http://www.erco.com/projects/culture/leica-trade-fair-stand-and-gallery-photokina-2012-5503/de/, accessed: 10.04.2015

http://www.erco.com/service/press-release/events_9/interconnected-place-of-inspirat_2448/de/de_interconnected-place-of-inspirat_press_1.php, accessed: 10.04.2015

http://www.lde-net.com/lde_website/projects/messe/messestand_60/de/de_messestand_projec_4.php, accessed: 10.04.2015

http://www.erco.com/projects/projects-5790/de/

http://www.erco.com/projects/hospitality/hospitality-5780/de/, accessed: 15.04.2015

http://www.erco.com/projects/focus/events/review-of-the-light-building-2014-5958/de/, accessed: 15.04.2015

http://www.erco.com/projects/culture/leica-trade-fair-stand-and-gallery-photokina-2012-5503/de/, accessed: 15.04.2015

http://www.erco.com/projects/public/public-5787/de/ accessed: 15.04.2015

Pressemeldung vom 11.04.2012 „Unternehmensporträt: ERCO, die Lichtfabrik – mit richtungsweisender LED-Technologie weltweit aktiv“ http://www.erco.com/service/press-release/company_3/company-profile-erco-the-light_2439/de/de_company-profile-erco-the-light_press_1.php accessed: 17.04.2015

Pressemeldung vom 13.03.2014 „Vernetzter Inspirationsraum: ERCO Messestand auf der Light + Building 2014“ http://www.erco.com/service/press-release/events_9/interconnected-place-of-inspirat_2448/de/de_interconnected-place-of-inspirat_press_1.php accessed: 17.04.2015

https://twitter.com/search?q=%23ercoinspiration&src=typd, accessed: 25.04.2015

https://twitter.com/erco_lighting/favorites, accessed: 25.04.2015

http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtarchitektur, accessed: 25.04.2015

 

 

 

Bildquellen:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c5/Burj_Al_Arab_Interior_on_25_December_2007_Pict_11.jpg

http://www.gossipmag.net/wp-content/uploads/2013/07/Burj-Al-Arab.jpg

http://www.turistik.ro/arata_img2.php?cale=/upcom&img=album_2721_30101.jpg&w=1600&h=1000

http://news.spainhouses.net/wp-content/uploads/Guggenheim-Museum-Bilbao8.jpg

http://www.heise.de/imagine/ApqelZELrZ5JCV7irODItAVjoo8/gallery/Guggenheim-Museum-Bilbao.jpg

 

Titelbild: http://www.dubaient.com/wp-content/uploads/2014/11/burj_al_arab_atkins271008_5.jpg

 

Tanzproduktion Insight. Und plötzlich waren wir Teil des Bühnenbilds.

Heidelberg, 8. April 2014. Studiengang Eventmanagement an der HIM:

Sein Spiegelbild (an?)erkennen. Das drückt für mich einen Ausschnitt von dem aus, was wir am diesen Montag Abend im Zwinger in der Tanzproduktion Insight der Heidelberger Dance Company Nanine Linning erlebten. In meinem Modul Eventinszenierung auf Level 2 kam die Idee auf, uns gemeinsam eine Tanzinszenierung anzusehen und zum Thema des Austauschs zu machen. Gestern Abend dann im Heidelberger Zwinger wurden wir in der intimen Atmosphäre einer überraschend kleinen, in der Altstadt fast versteckt wirkenden Bühne empfangen. Alles schwarz. Wir sitzen in der ersten Stuhlreihe, ca. 50 cm vom Ende der Bühne enden meine Schuhspitzen.
Als es los geht höre ich Tamara neben mir noch sagen „ist das nah“. Ja. Das war es. So nah, dass ich jeden Atemzug der Tänzerinnen und Tänzer hören konnte, dass der Ausdruck des Tanzes förmlich spürbar wurde.
Das Stück beginnt mit einem grellen Scheinwerfer, der auf die Zuschauer gerichtet ist und dem aufdringlichen Ton einer Sirene, die an große Fabriken erinnert. Am Ende der Bühne, uns genau gegenüber, ein langer Spiegel, und unser Spiegelbild: Das Stück insight ist inspiriert von dem 1926 geschriebenen Stück „Wir“ von Jewgenij Samjatin und „1984“ von George Orwell. Es beschwört die Verfremdung der menschlichen Seele im Zeitalter der Maschine herauf, der Maschine Mensch und der Maschine Staat, setzt sich mit der Frage auseinander, wie der Menschengeist zu diesen Formen kam, warum er darunter leidet, wo sie doch eigentlich nutzen sollten. Zeigt die elementaren Gefühlslagen des Menschen wie Wut, Angst, Stolz, Freude, Liebe, Überraschung und Gier, Freiheit und Unfreiheit (Insight Inside, Die Einsichten der Eingeschlossenen, Programmheft dance company, nanine linning, theater heidelberg). Dicht, in großen Teilen beängstigend, Verfremdung und Fremdsteuerung, Gewalt und Kontrolle, dann wieder befreiend. Und immer wieder finden die Tänzer den Blick in diesen Spiegel, der, so kommt es mir vor, das Tor zur eigenen Seele zu sein scheint. Zu unseren Schatten, aber auch die Tür zu einer alternativen Gesellschaftsform. Und plötzlich dreht sich dieser Spiegel und die Besucher werden über die Spiegelung selbst zum Bestandteil des Bühnenbilds, ohne es zu merken, ohne es steuern zu können erkenne ich, dass ich Teil des gesellschaftlichen Spiegels, Teil der Maschinerie aus Funktionieren, Mitmachen, Abwehr, Erkennen, Aufbegehren, Aufgeben, Rückzug und Weitermachen geworden bin. In der Studiengruppe haben wir uns im Anschluss noch eine ganze Weile über die Einfachheit der szenischen Mittel und deren direkte, starke emotionale Wirkung unterhalten. Mich hat ganz besonders überrascht, mit welcher Einfachheit und Klarheit der szenischen Mittel es den beiden Choreografen Sandra Marin Garcia und Zoran Markovic und dem Bühnenbildner Daniel Isern gelungen ist, Zuschauer, Tänzer und Bühnenbild miteinander zu verweben. Angesicht der Tatsache, dass nur  ca. 20 Prozent der verbalen Information im Langzeitgedächtnis bleiben sind dies beides Themen, die uns bei Event- und Markeninszenierungen grundlegend beschäftigen. Daher: Insight. Ansehen. http://www.youtube.com/watch?v=6ZIL4UGQ1zU

Susanne Doppler