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4D-Mapping: Am Beispiel von Peugeot’s Motion&Emotion-Kampagne

Bei einer Produkteinführung (Peugeot 208) kommt es ganz und gar auf die Inszenierung an. Um eine größtmögliche Aufmerksamkeit zu erlangen, reicht herkömmliche TV- und Printwerbung nicht mehr aus. Sie mag zwar ganz nett sein – vom Hocker reißen wird sie jedoch keinen mehr. Ein interaktives Event hingegen, mit Live-Acts und einer medialen Show, welches das Publikum hautnah miterleben kann – das vergisst man nicht so schnell. Genau das Gleiche dachte sich wohl auch Peugeot, als der Konzern am Abend des 8.Dezembers im Jahr 2011 tausende von Zuschauern mithilfe einer 4D-Mapping Show ins Staunen versetzte. Doch wie genau sah dieses Event aus? Und was versteht man überhaupt unter 4D-Mapping?Um diese Frage beantworten  zu können, muss zunächst geklärt werden, was unter 4D zu verstehen ist.

4D ist ein oft missverstandener Begriff, (der je nach Kontext unterschiedlich interpretiert werden kann) denn anders als man vermuten könnte, bezieht sich die Abkürzung im Event- und Filmbereich nicht wie in der Physik auf die vierte Dimension (Raumzeit). Vielmehr steht der Begriff für Spezialeffekte, die das Gesamterlebnis noch realer und intensiver gestalten sollen. (Wikipedia, no date). Zur besseren Erklärung hier ein kurzes Beispiel:

Jeder, der sich schon mal einen Film in Disneyland angeschaut hat, wird wissen was 4D ist. Eigentlich ist es ein ganz normaler Film – mit der einzigen Ausnahme, dass sich einzelne Sitze oder gar ganze Sitzreihen passend zum Film bewegen oder vibrieren. Somit hat der Zuschauer das Gefühl wirklich mitten drin zu sein. Es werden also neben normalen 2D oder 3D-Projekionen  weitere 4D-Effekte hinzugefügt. Zu den grundlegenden Features von 4D gehören Effekte wie Gerüche, Wind und Wasser, welches beispielsweise Regen oder Nebel simuliert. Auch lassen sich öfters Kunststofffäden unter den Kinositzen finden. Diese sollen Gras oder Insekten darstellen (Weblogit, 2013). Eine 4D Projektion ist da nicht viel anders. Im Grunde genommen ist 4DMapping nichts weiter als eine 3D-Projektion auf einer Oberfläche unter Einbeziehung verschiedener Spezialeffekte (4Dprojection, no date).

Nachdem wir geklärt hätten was unter der Abkürzung 4D zu verstehen ist, widmen wir uns nun dem Mapping zu.

Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Abbilden oder Kartieren. Beim 4D-Mapping geht es darum Objekte und Gegenstände, wie beispielsweise ein Gebäude, mithilfe von 2D- oder 3D-Projektionen (Bilder oder Video-Animationen) in eine Art Leinwand zu verwandeln (Sxsevents, no date). Wie spektakulär so etwas aussehen kann, bewies Nokia bereits 2011, als es einen Wolkenkratzer in ein überdimensionales Smartphone verwandelte. Allerdings können diese Projektionen auf allen nur erdenkbaren Oberflächen stattfinden – Von komplexen Industrielandschaften bis hin zu kleineren Objekten wie beispielsweise Schuhen ist alles denkbar. Diese neue Technologie eroberte die Film- und Eventszene im Sturm und wird heute von Künstlern und Werbetreibenden gleichermaßen verwendet (Klochko, 2013). Namenhafte Unternehmen wie beispielsweise Peugeot, Nike, Samsung oder Ralph Lauren – um hier nur einige zu nennen – haben bereits diese neue Werbetechnologie für sich entdeckt.

„Durch die Verwendung spezieller Software, können 2 oder 3 dimensionale Objekte, auf dem virtuellen Programm räumlich kartografisch dargestellt werden, welches die echte Umgebung nachahmt und es auf der Oberfläche projizieren soll.“ (Wikipedia, no date) Doch wie genau funktioniert das?

Nachdem ein Objekt auf dem die Projektion abgebildet werden soll ausgewählt wurde – in unserem Fall also das Rathaus Rio de Janeiros (vgl.Abb.1) – wird eine virtuelle Replik der Projektionsfläche auf dem Computer erstellt (vgl.Abb.2), um eine Schablone des Gebäudes zu erhalten.01_EIP

Der nächste Schritt wird als Masking bzw. Scanning bezeichnet (vgl.Abb.3). Hierbei werden die genauen Maße des Objekts erhoben.

02_EIPBevor es jedoch an die Gestaltung gehen kann, müssen zunächst noch die genauen Maße des Objektes (vgl. Abb. 4)und die Koordinaten des Standpunkts des Gebäudes in Bezug zum Projektor ermittelt werden (vlg.Abb.3) (Wikipedia, no date).

Sind erst einmal alle technischen Erforderlichkeiten vollbracht, kann es endlich an die Gestaltung gehen. Bei diesem Schritt werden Bilder und Video-Animationen hinzugefügt.03_EIP

Wie viele Projektoren zum Einsatz kommen hängt jeweils vom Objekt und der Inszenierung ab. In unserem Fall kamen insgesamt sechs HD-Projektoren zum Einsatz (Warrenpeddie, no date). Nun aber kommen wir endlich zum eigentlichen Event.

Schauplatz dieses einzigartigen Spektakels war der Cinelandia-Platz im Herzen Rio de Janeiros. Einzigartig weil hierbei zum ersten Mal bei einer Live-Performance gestenkontrollierende Grafiken in Echtzeit verwendet wurden. Getreu dem Motto Motion&Emotion verzauberte Peugeot sein Publikum unter Verwendung modernster Technologien wie beispielsweise Kinect (Gestensensor – es scant die Körperbewegungen des Animateurs und synchronisiert diese mit der Echtzeitgrafik) oder 3D-Projektionen. Ein geheimnisvoller Mann in Weiß konnte mit seinem Körper die Richtung der Projektionen wie in einem Videospiel steuern. Passend zum Let your Body Drive-Motto unter welchem die Kampagne stand (Santos, 2011).

Dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und Medium erzeugte beim Zuschauer ein unverwechselbares Erlebnis, indem er beispielsweise beim Durchfahren des Tunnels das Gefühl hatte selbst im Auto zu sitzen (Noschka, 2011). Außerdem wurden weitere 4D-Effekte wie beispielsweise echter Wind und künstlicher Regen, sowie schillernde Scheinwerfer, eingesetzt (Klochko, 2013). Der Wind vermittelte dabei zusätzlich Bewegung. Auch wurden die Bild- und Video- Animationen von Geräuschen begleitet oder ausgelöst, was einen audiovisuellen Bereich erschaffen hat. Dieser führte dazu, dass man das Gefühl hatte, das Gebäude bewege sich tatsächlich.

Dieses einmalige Event brachte Peugeot große Aufmerksamkeit in den digitalen Medien (Noschka, 2011). Das Video wurde zum Internethit und konnte bereits nach nur einem Monat nachdem es online gestellt wurde, weit über 5 Millionen Hits auf YouTube verzeichnen (Advertlog, no  date).

Aber damit Ihr auch versteht wovon ich rede, hier das Video zum Event:

Peugeot_4D_Mapping

https://www.youtube.com/watch?v=cPgL5RhPvFE

Quellenverzeichnis

4D Projection (no date) “Welcome to 4d prpjection” (Online: http://4dprojection.com/; accessed: 18.04.2015)

Advertolog (no date) “LET YOUR BODY DRIVE” http://de.advertolog.com/peugeot/promo-und-pr/let-your-body-drive-17956355/

Klochko, E. (2013) “Peugeot Motion & Emotion – Gesture-Controlled 4D Video-Mapping Projection Show” (Online: http://vk.com/video12727597_165327997; accessed: 18.04.2015)

Noschka, T. (2011) “Der neue Peugeot 208 – Let your Body drive” (Online: http://tex-block.de/news/der-neue-peugeot-208-let-your-body-drive/3364/, accessed: 18.04.2015)

Santos, T. (2011) Peugeot’s „Let Your Body Drive“4D interactive event with advance 3D mapping and Kinect [Video] in Techgeeze (Online: http://www.techgeeze.com/2011/12/peugeots-let-your-body-drive-4d-interactive-event-with-advance-3d-mapping-and-kinect-video.html; accessed: 19.04.2015)

SXS Events (no date) “How it works” (Online: http://www.sxsevents.co.uk/4d-projection; accessed: 18.04.2015)

Weblogit (2013) (Online: http://weblogit.net/2013/04/18/4d-filme-in-4d-und-5d-kinos-in-deutschland-derzeitige-standorte-76395/, accessed: 18.04.2015)

Wikipedia (no date) “4D Begriffserklärung”: 3D-Film ‚#4D- und 5D-Filme (Online: http://de.wikipedia.org/wiki/4D_(Begriffskl%C3%A4rung); accessed: 18.04.2015)

Wikipedia (no date) “Projection Mapping” (Online: http://en.wikipedia.org/wiki/Projection_mapping, accessed: 17.04.2015)

YouTube (2013) “Peugeot Motion & Emotion 4D Video-Mapping Projection in Brazil” (Online: https://www.youtube.com/watch?v=cPgL5RhPvFE, accessed: 19.04.2015)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Flickr (no date) Online: https://www.flickr.com/photos/twiga_swala/4568649872/, accessed: 18.04.2015)

Abbildung 2: Warrenpeddie (no date) Online: http://warrenpeddie.com/71142/582108/work/peugeot-208-launch, accessed: 18.04.2015

Abbildung 3: Vimeo (no date) Online: https://vimeo.com/42601852, accessed: 18.04.2015

Abbildung 4: Vimeo (no date) Online: https://vimeo.com/42601852, accessed: 18.04.2015

Abbildung 5: Warrenpeddie (no date) Online:   http://warrenpeddie.com/71142/582108/work/peugeot-208-launch, accessed: 18.04.2015)

 

 

Ohne Licht keine Farbe- Licht als Stimmungsträger, Raumgestalter und Teil unserer Wirklichkeit

Von Kristina Schmitt, Studentin an der Hochschule für Internationales Management Heidelberg

„Ohne Licht kein Leben. Ohne Leben kein Schaffen, keine Kunst, keine Architektur, keine Vision, kein Ausdruck“ (Richard Rogers)

Das Zitat des britischen Architekten Richard Rogers zeigt, wie wichtig und mächtig Licht ist. Es ist Teil unserer Wirklichkeit,# prägt unseren Alltag und # beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit sowie auch unsere Handlungsweisen. #Licht ist ein Phänomen, eine Macht und nur schwer (be-)greifbar und das wichtigste Werkzeug der Gegenwart. Es ist eine #Überraschung in der Schwärze und bringt Konturen und Oberflächen zum Leben. Die Liste was Licht Ist & Kann ist erstaunlich lang. (J. Kugler Lightopia:2013:10)

Licht ist Farbe und Farbe ist auch gleich Licht.

Newton machte als Erster eine physikalische Untersuchung des Sonnenlichtes. Das bekannte Experiment, der Zerlegung von weißem Licht durch ein Glasprisma, bei welchem gezeigt wurde, welche Strahlung für uns, Menschen und Tiere, in Form von Helligkeit und Farbe sichtbar wird.(W.Jordan, 2013:90)

Lichtforscher suchen derzeit das perfekte Licht, denn Licht macht glücklicher, gesünder und steigert die Konzentration (Spiegel, no date a). Das Frauenhofer Institut arbeitet derzeit an einem Prototyp, indem Licht bewusst auf die Stimmung der Menschen eingeht. Bläuliches Licht beispielsweise stoppt die Bildung des Schlafhormons Melatonin und regt den Wachmacher Serotonin an, das Glückshormon und steigert somit auch unsere Konzentration.( Spiegel, no date b)

Gelbes Licht hat es schon geschafft Schulklassen ruhiger werden zu lassen. Dieses Licht findet man auch häufig in Wellenessbereichen. Die Wirkung des gelben Lichtes ist eine sehr entspannende. (Speigel, no date c)

Die Farbwahl bzw. Lichtwahl bei der Gestaltung und Inszenierung eines Events ist für die Stimmung auf einem Event also sehr wichtig und wird bewusst eingesetzt.

Licht ist aber auch Wahrheit

Licht prägt nicht nur die Atmosphäre eines Raumes, sondern gestaltet ihn auch und lässt Dinge so erscheinen wie wir sie empfinden. Die Farbe hängt stark von der Lichtquelle ab und damit die spektrale Zusammensetzung des Beleuchtungslichtes. Es heißt nicht umsonst, dass nachts alle Katzen grau sind. Erst durch die Lichtquelle kommt die Wirklichkeit zum Vorschein. Licht macht es aber auch möglich in eine andere, künstlich erschaffene Welt abzutauchen.

Die Temperatur von Licht- das Kelvin

Licht als Stimmungsträger und Raumgestalter sind die einen Eigenschaften. Eine andere ist die Temperatur von Licht. Das Kelvin. Wobei heiße Körper auf Grund ihrer Temperatur eine Lichtstrahlung aussenden. Bei zunehmend höherer Temperatur verschieben sich die Wellenlängen des abgestrahlten Lichtes von Rot zu Blau. Wobei bei einer Kerzenflamme der größte Teil gelblich ist während der heißesten Teil, am Docht, bläulich ist.

Aus diesen Erkenntnissen lässt sich für die Wichtigkeit von Licht bei der Umsetzung erfolgreich inszenierter Events festhalten:

„ Wer keine Energie hat, dem wird nie ein Licht aufgehen“ (Harald Kriegler)

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis

#dieMannheimerAdler

Die Inszenierung bis Spielbeginn
– Lass dich mitreißen

Ein Artikel von Helena Keller, Studentin an der Hochschule für Internationales Management, Heidelberg

Freitag, der 20. März 2015 gegen 17 Uhr – Ich begebe mich zur SAP Arena, wo gegen 19 Uhr die Mannheimer Adler gegen die Thomas Sabo Ice Tigers spielen werden.

Bei einem Spiel der Adler handelt es sich um ein Event, welches jeder schon einmal miterlebt haben muss, ob Eishockey-Begeisterter oder nicht. Die Inszenierung bis zum Spielbeginn fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, denn alles ist bis aufs kleinste Detail geplant und macht Sinn. Der Teilnehmer wird durchgehend auf einem Spannungslevel gehalten, wie ich sonst noch bei keinem Sport-Event so erlebt habe.

Begleite mich noch einmal durch den Ablauf des Abends:

  • 15 Minuten vor Spielbeginn:
    Das Licht geht aus: man weiß nicht, was mit einem geschieht. Es wird gefährlich klingende Musik eingespielt, welche die Spannung steigen lässt. Es ist bald soweit: das Spiel beginnt in nur wenigen Minuten.

 

  • 9 Minuten vor Spielbeginn:
    Das Logo der Mannheimer Adler, ein Weißkopfadler, kreist im Stadion herum, ähnlich wie das allseits bekannte „Batman Symbol“ (Siehe Bilder). Man folgt dem Scheinwerfer automatisch mit seinen Blicken und ist gefesselt. In Verbindung mit der dramatischen Musik von Major Tom – „Völlig Losgelöst“ von der Erde im Hintergrund fühlt man sich als Zuschauer wie in einer Verfolgungsjagd. Der Puls steigt, die übrigen Zuschauer sind gespannt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird bestärkt, besonders durch die Synchrongesänge. Wer bis jetzt noch nicht Feuer und Flamme war, ist es spätestens jetzt.

Abbildung 1: Mannheimer Adler Logo http://www.eishockey-online.com/images/stories/Logos_gross/mannheim.jpg [accessed: 25.04.2015]
Abbildung 1: Mannheimer Adler Logo
http://www.eishockey-online.com/images/stories/Logos_gross/mannheim.jpg [accessed: 25.04.2015]
Abbildung 2: Batman Symbol http://hdscreen.me/wallpaper/2796989-Batman-Logo-comics-light [accessed: 25.04.2015]
Abbildung 2: Batman Symbol
http://hdscreen.me/wallpaper/2796989-Batman-Logo-comics-light [accessed: 25.04.2015]
 

  • 7 Minuten vor Beginn:
    Um das vorher aufgebaute Zusammengehörigkeitsgefühl noch mehr zu bestärken wird ein Videoausschnitt über die Geschichte des MERC (Mannheimer Eishockey und Rollschuh Club) eingespielt, dass die Zuschauer ruhiger werden lässt. Der Film ist mit „historischer“ Musik untermauert und man fühlt praktisch den Stolz der Zuschauer.

Die Emotionen, die hier ausgelöst werden führen zu Gänsehaut.

So höre ich in meiner unmittelbaren Umgebung Aussagen wie „Es läuft mir eiskalt den Rücken hinunter!“ oder auch weniger qualifizierte Beiträge wie „Boah, wie geil!“

Nach dem Kurzfilm verdunkelt sich die Arena wieder, die Fangesänge werden wieder aufgenommen.

 

  • 5 Minuten vor Spielbeginn:

Plötzlich wird die Leinwand eingeschaltet: Die Moderatoren sagen den Vornamen der Spieler an, die Menge schreit den Nachnamen zurück. So geht es bis alle angesagt wurden. Untermauert wird die Aktion durch dramatische Jingles.

Eine bedrohliche Atmosphäre wird aufgebaut durch schwarz-weiße Bilder und ernste Gesichter der Eishockey-Spieler, oft auch in Verbindung mit verschränkten Armen. Sie sind entschlossen, bereit und gefährlich.

Es wird geklatscht, getrommelt und gejubelt. Die Besucher wissen genau: Bald geht es los.

Die Jugend des MERC läuft ein, wieder einmal findet man das Schlüsselelement der Dramaturgie: dramatische Musik und Lichtvariierung.

Der Höhepunkt dieser Aktion: bei Musikende schwärmen sie aus und formieren sich.

 

  • 3 Minuten vor Spielbeginn:

Erneut wird ein Trailer eingespielt, diesmal allerdings über die gegenwärtige Zeit und die erreichten Titel. Der Kurzfilm erinnert mich ein wenig an Tomorrowland, dem bekannten Musikfestival. Viele Menschen, Emotionen, vor allem in ihren Gesichtern, sind zu sehen. Hoffnung blitzt in ihren Augen auf. Man wird gefesselt von diesem Anblick. Gänsehaut ist nicht zu vermeiden. Getoppt wird dieses Gefühl durch Interviews von Menschen, die starke Wörter benutzen wie „Wir“, „Zuversicht“, „Sieg“. Wenn ich mich umschaue sehe ich die stolzen und gebannten Gesichter der anderen Zuschauer.

Das absolute Highlight stellt die Endsequenz des Kurzfilms dar, als gesagt wird: „Mannheim schreibt Eishockey-Geschichte!“

Von nun an hört man nur noch tosende Meuten und Fangesänge. Ich höre „Adler Mannheim olé“ und „Nur der MERC!“.

Erneut wird die ganze Arena verdunkelt, ein Adler schreit: dies ist die Schlüsselsequenz des Abends, worauf alle Zuschauer gewartet haben. Plötzlich öffnet sich ein Tor: Rauch, Nebel, gefährliche Musik, Spannung, Aufregung: die Adler laufen ein, die absoluten Helden des Abends.

Die Fans sind nicht mehr aufzuhalten, ich kann meine eigenen Gedanken nicht einmal mehr hören.

Nebenbei wird noch der gegnerische Verein vorgestellt, doch es hat den Anschein, dass das Niemanden so recht interessiert. Der Fokus liegt auf den Mannheimer Adlern.

 

  • Spielbeginn:

Auffallend ist, dass egal ob die Adler absichtlich ein Foul machen oder nicht: die Menge tobt und ist sich keiner Schuld seiner Spieler bewusst. Das Spiel verläuft alles andere als ruhig, wie gewohnt. Köpfe werden gegen Banden gehauen, Stöcke werden auf Rücken geschlagen. Das ist Eishockey.

 

  • Besonderes an dem Spiel:

Etwas, das mir besonders gut gefallen hat, allerdings weniger mit dem Sport zu tun hatte: während der Halbzeiten wurde eine „Adler Social Wall“ auf den Bildschirmen eingespielt, wo Instagram/Facebook/Twitter-Beiträge von Fans veröffentlicht wurden, wenn sie einen bestimmten Hashtag benutzten. #MannheimerAdler

 

  • Die Spannung:

A: Das konstante Level der Spannung während der Inszenierung: Die Spannung wird nie abgebaut, sondern dauernd wieder aufgebaut.
Letztendlich gelöst wird diese durch das Einlaufen der Eishockey-Helden, wobei genau das den Höhepunkt der Inszenierung darstellt: B.

Spannungsbogen

Ein Höhepunkt wird laut P. Kandorfer(2010) als einzige richtig wahrgenommen und verarbeitet. Es ist also dieses gänsehauterzeugende Einlaufen der Mannschaft, das im Gedächtnis bleibt. Alle vorhergehenden Aktionen arbeiten also genau auf diesen Augenblick hin und schaffen einen Spannungsaufbau.

Die Spannungserzeugung erfolgt durch Überraschung/Erregung (P. Kandorfer, 2010), siehe beispielsweise die ständige Lichttechnik und dramatisch musikalische Untermalung, denn „Gegensätze erzeugen einen Rhythmus aus Anspannung und Entspannung“ (Doppler, 2015).

Man könnte die Inszenierung als Epik, also Erzählung nach Schäfer-Mehdi (2009) einstufen. Stark ausgeprägt ist die Heldengeschichte.

 

Quellen:

  • Kandorfer, 2010 „Lehrbuch der Filmgestaltung“ (Schiel & Schön Verlag)
  • Schäfer-Mehdi, 2009 “Event-Marketing” (Berlin, Cornelsen, 3. Auflage)
  • Eigene Recherche

Die Heldenreise und deren Inszenierung

#dieheldenreise

Inszenierung der Heldenreise am Beispiel des Musicals Tarzan

von Said Becheikh, Student an der Hochschule für Internationales Management Heidelberg


Was bedeutet es ein Held zu sein? Wie definieren wir einen Helden? Brauchen Helden Superkräfte oder ist man schon ein Held, wenn man soziales Engagement im Alltag für seine Mitmenschen aufbringt?

Mit dem Mythos des Helden und seiner Hintergründe beschäftigte sich der Ethnologe Joseph Campbell schon Mitte des 20. Jahrhunderts und erforschte das Motiv der Heldenreise.

Quelle: Wikipedia (no date)
Quelle: Wikipedia (no date)

In allen Geschichten, seien es Mythen, Märchen, Träume oder Filme treffen wir auf immer wiederkehrende Merkmale, die den Kreislauf unserer eigenen Existenz ausdrücken.

Nach Joseph Campbell belegt man diese Merkmale mit der Bezeichnung:

„Die Reise des Helden“

Eine solche Reise beinhaltet, vereinfacht gesagt, 12-Stationen und wird meist in eine moderne Dreiaktstruktur eingebunden.

Als Beispiel für die Heldenreise wurde das Musical Tarzan vom 26.03.2015 in Stuttgart gewählt.

  1. Tarzan wird als Findelkind von einer Gorillafamilie aufgenommen und als vollwertiges Mitglied großgezogen. Diese Welt wird im Detail vorgestellt.
  2. Der junge Tarzan hat mit vielen Herausforderungen und Hindernissen zu kämpfen. Das Abenteuer des Überlebenskampfes im Dschungel verfolgt ihn von Anfang an.
  3. Durch die Inakzeptanz des Vaters und Rudelführers Kerchak erschwert sich das Anpassen und Überleben im Dschungel erheblich für ihn. Dies bringt ihn zum Zögern und Verweigern des Abenteuers. Da Tarzan das Rudel nach der Meinung des Vaters in Gefahr bringt, beschließt er das Rudel zu verlassen und sich alleine durchzukämpfen, um das Rätsel seiner wahren Identität zu lösen.
  4. Durch ein ermutigendes Gespräch mit der Mutter Kala, die ihm Werte wie Akzeptanz, Toleranz und Mitgefühl vermittelt, schöpft Tarzan neuen Mut
  5. und trifft als junger Erwachsener das erste Mal auf einen Menschen, die Tochter eines Wissenschaftlers namens Jane.
  6. Bei einem Kurzbesuch zu seinem Rudel wird Tarzan mit einem Leopardenkampf konfrontiert bei dem er in erster Linie die Mutter und seine Gorillafreundin Terk verteidigt. Der Leopard, der damals seine leiblichen Eltern umgebracht hat, wird in einem Kampf mit Tarzan zur Strecke gebracht. In dieser Szene feiert er die Heldenrolle das erste Mal.
  7. Während seiner immer stärker werdenden Bindung zu Jane wird Tarzan vor eine weitere Heldentat gestellt. Im Kampf um Jane besiegt er eine gefährliche Riesenspinne und rettet die junge Frau aus den Fängen.
  8. Durch seine Gutgläubigkeit führt Tarzan seine Jane, ihren Vater und den Jäger und Reiseleiter Clayton zu der Wohnstelle seines Gorillarudels, was sich schnell als fataler Fehler herausstellt. Clayton will die Gorillas einfangen und als Trophäe nach London verschiffen. Er zückt das Gewehr und es kommt zum Kampf mit Tarzans Vater Kerchak. Er wird durch einen Schuss verwundet, als plötzlich Tarzan vor ihm steht und den Kampf seines Vaters beendet.
  9. In seinen letzten Atemzügen entschuldigt sich Kerchak bei seinem Ziehsohn und ernennt ihn als zukünftigen Rudelführer.
  10. Tarzan kehrt zu seinem Rudel zurück und lässt sich dort als Held feiern.
  11. Er steht vor der Entscheidung mit Jane und ihrem Vater den Dschungel zu verlassen und mit nach London zu reisen, um dort ein normales Leben als Mensch zu beginnen. Obwohl Tarzan für ein neues Leben bereit ist,
  12. nimmt Jane ihm die Entscheidung ab und beschließt aus Liebe Tarzan nicht aus seiner gewohnten Welt zu entreißen. Sie entscheidet sich für ein gemeinsames Leben im Dschungel.

Diese beschriebene Heldenreise ist Bestandteil der inneren Dramaturgie und muss durch verschiedene stilistische Mittel inszeniert werden.

Bei der Umsetzung im Musical Tarzan wurden die verschiedenen Heldenszenarien durch laute und dramatische Musik, helle Beleuchtung und kräftige Farben inszeniert. Durch die extreme Belichtung des Helden wurde die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt und ganz deutlich in den Vordergrund gestellt. Die Schlussszene unterstrich dies noch einmal, indem Tarzan mit seinem „Preis“, Jane, an einer Liane empor gezogen wurde und durch die oben genannten stilistischen Mittel den Held verkörperte.

Quelle: Stage Entertainment (no date)
Quelle: Stage Entertainment (no date)

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

  • Städtereisen Europa (no date) ; (online: http://staedtereiseneuropa.org/musical-tarzan-hamburg/ ; accessed 25. April 2015)
  • Stage Entertainment (no date) ; (online: http://videos.stage-entertainment.de/11812-590816/trailer/disneys-musical-tarzan-szenen-aus-dem-stuttgarter-musical ; accessed 29. April 2015)
  • Wikipedia (no date) ; (online: http://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Campbell ; accessed 25. April 2015)

bayer

                                     Abbildung 1: Messestand von Bayer auf der                                    Messe K 2013  (Phocus-brand.de, 2013)

Der Wandel von Messeständen

„Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.“

Charles Darwin (Englischer Naturforscher)

(Scholz, 2013)

Schon der britische Naturforscher Darwin erkannte die Bedeutung und Wichtigkeit des Wandels. Sein Zitat, welches ursprünglich aus dem Bereich der Naturwissenschaft stammt, lässt sich problemlos ebenso auf die Welt des Marketings und Verkaufens anwenden.

In einer Zeit, in der Messen geprägt sind von der Veränderung von Massenveranstaltungen hin zu Marken- und Erlebniswelten, benötigen auch Messestände Innovation und Anpassung. Sie sollen nicht mehr ausschließlich Präsentationsflächen für Produkte sein, sondern mit Inhalt, Story und Mehrwert das Interesse der Besucher wecken. Die Besucher sollen an den Stand gelockt und langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Dies ist bedeutsam, da Messen eine große Relevanz zuzuschreiben ist, denn es gelingt nirgends so leicht innerhalb von kurzer Zeit mit so vielen Menschen in persönlichen Kontakt zu treten.

Als Beispiel für ein gelungenes Messekonzept, welches diese wesentlichen Aspekte vereint, möchte ich an dieser Stelle den Stand von Bayer auf der K Messe 2013 in Düsseldorf präsentieren.

#“Sharing Dreams, Sharing Values – Be Part Of It“ lautete das Motto des Messekonzeptes.  Entwickelt worden ist es von der Agentur PHOCUS BRAND CONTACT aus Nürnberg, die das Projekt in einer Pitch gewann.

Um dieses Motto umzusetzen und zu inszenieren, sollte der Messestand als Plattform dienen, welche sowohl für #Bayer MaterialScience, als auch für den Besucher die Möglichkeit kreiert sich über ihre Träume auszutauschen und sie weiter zu entwickeln.

 

 

Abbildung 2: Motto des Messekonzepts, (Communications, 2014)
                        Abbildung 2: Motto des Messekonzepts                ,                                         (Communications, 2014)

Auch das Messedesign sollte das Motto reflektieren und die Voraussetzung für neue Perspektiven und Ansichten schaffen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Messen waren die Bereiche des Standes nicht nach Produktarten geordnet, sondern nach drei wesentlichen Bedürfnissen des Menschen: frei zu sein, glücklich zu sein und sich sicher zu fühlen. Um einen Erinnerungswert zu schaffen und die Popularität des Standes zu erhöhen wurden an jeden Messebesucher zwei Armbänder verteilt. Beim Betreten hatte man die Wahl zwischen Armbändern mit den Aufschriften „Free“, „Happy“ und „Safe“. An dieser Stelle wurde wirkungsvoll die zuvor genannte Aufgliederung des Messestandes aufgegriffen. Ein weiteres Armband erhielten Besucher am Stand. Armbänder mit den Schriftzügen „Pioneer“, „Networker“ und „Dreamer“ sollten dafür sorgen, dass Besucher ein Duo in den Farben von Bayer hatten. So wurde auf hervorragende Weise eine Option geschaffen durch die Besucher die Impulse des Messestandes mitnehmen konnten. Des Weiteren wurde das Motto in Live-Talks aufgegriffen. Ein multisensorisches Erlebnis war unter anderem mit testbaren Kopfhörern geboten, die aufgrund von Vibrationen Basstöne verstärkten. So wurde ein verbessertes Klangerlebnis präsentiert. Im Mittelpunkt standen zudem interaktive Medientische, welche nicht nur dazu dienten über aktuelle Projekte und Entwicklungsstände zu informieren, sondern auch erlaubten eigene Träume oder Ansprüche, beispielsweise Materialwünsche, einzutragen. Diese Eintragungen waren von anderen Besuchern einsehbar und sollten einen gemeinsamen Ideen-Pool bilden. Darüber hinaus bestand die Option diesen „Traumfluss“ auf einer Website abzurufen. Praktisch war auch, dass bei jedem Thema und Projekt eine Ansprechperson hinterlegt war. So ergab sich die Möglichkeit, dass man auch außerhalb der Messe den Aussteller kontaktieren konnte. Bei diesem Messekonzept gelang es den Aussteller nicht nur positiv zu präsentieren, sondern auch eine Story, Inhalte und Angebote zu entwerfen, welche den Besucher miteinbezog und sein Interesse weckte. Das Konzept schuf dadurch einen Mehrwert und sorgte beim Besucher für einen hohen Erinnerungsfaktor.

Quellen:

›Communications, B. (2014). Sharing Dreams. Materialscience.bayer.com. Retrieved 19 April 2015, from http://www.materialscience.bayer.com/de/innovation-and-investment/innovation/sharing-dreams

››Falkowski, K. (2013). Messestände mit Inhalt, Story & Mehrwert – Beispiel: Bayer MaterialScience regt zum Träumen an | eveosblog: Blog für Event, Eventmarketing, Social Media & Marketing. Blog für Event, Marketing, Social-Media & Eventmarketing | eveosblog. Retrieved 18 April 2015, from http://www.eveosblog.de/2013/11/25/bayer-messe-stand-konzept-inhalt-story-mehrwert/#comments

›Phocus-brand.de,. (2013). Sharing Dreams,Sharing Value – Be Part Of It. Retrieved 17 April 2015, from http://www.phocus-brand.de/de/sharing-dreamssharing-value-be-part-it

››Phocus-brand.de,. (2015). Retrieved 19 April 2015, from http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CCcQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.phocus-brand.de%2Fsites%2Fdefault%2Ffiles%2F131018_pbc_pm_bayer_k_2013.pdf&ei=udE5Vam7BI_hatrugfgO&usg=AFQjCNHnXPRU2DY0AFyWLSBqwCJguUG12A

››Scholz, C. (2003). Hewlett-Packard: Carly auf Darwins Spuren – manager magazin. manager magazin. Retrieved 17 April 2015, from http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-255937.html

››YouTube,. (2015). Bayer MaterialScience – K2013 – Sightseeing Flight. Retrieved 19 April 2015, from https://www.youtube.com/watch?v=8YZ2KUU6Ebs

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Romanticum Koblenz

Im Rahmen der Eventinszenierung führt uns unsere Exkursionsreihe kommende Woche nach Koblenz zu der interaktiven Ausstellung #Romanticum.

Das sich im Kulturzentrum #ForumConfluentes befindliche Romanticum  wurde 2013 eröffnet. Der Neubau in Mitten des Koblenzer Zentralplatzes gilt als architektonisches Meisterwerk der niederländischen Star-Architekten Jan Benthem und Mels Crouwel. (Forum Confluentes, no date)

Über das beeindruckende Äußere des Gebäudes hinaus, lohnt sich auch ein Blick ins Innere: dort findet man neben dem Romanticum auch die Koblenzer Stadtbibliothek, das neue Mittelrhein-Museum und die zentrale Touristik-Information. (Forum Confluentes, no date)

Ziel unserer Exkursion ist das Romanticum, durch welches die Besucher als virtuelle Passagiere einer interaktiven Schifffahrt geleitet werden. Die Ausstellung  lädt in über 70 multimedialen Stationen zu einer Zeitreise durch das UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ ein. (Koblenz-Touristik, no date).

Die Exponate erzählen die Geschichten, Märchen und Sagen rund um den Rhein, angesiedelt in der Epoche der Romantik des 19. Jahrhunderts und eingebettet in modernste Medienkulturen. Die Eintrittskarte fungiert dabei als Speichermedium, mithilfe welchem die Besucher selbst entscheiden können, welche Informationen sie an den einzelnen Stationen in dem mit der Karte verknüpften Online-Speicher abgelegen möchten. Der Besuch gestaltet sich somit sehr persönlich und individuell gestaltbar. Hinzukommt, dass die Ausstellung noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Informationen können nämlich jeder Zeit online wieder abgerufen werden – auch noch lange nach dem Besuch des Romanticums. (RheingauLinie, no date)

Gegensätzlich zum klassischen Modell des Museumsbesuches werden hier die Interessenten aktiv gefordert. Die Kreativität steht bei der Erlebnisausstellung im Mittelpunkt. Den Besuchern werden immer wieder Möglichkeiten angeboten zu basteln, zu fotografieren und sogar zu singen. Wer möchte, kann sich an der Karaoke-Station an einer freien Interpretation des „Loreley Liedes“ versuchen. Die Interaktionen spielen sich in einer authentisch geschaffenen Schifffahrtkulisse ab, welche den Themencharakter zusätzlich unterstreicht. (Koblenz-Touristik, no date)

Durch „21 Animationsfilme, 13 Interview-Filme, 9 Schattenfilme und 18 Hörstücke, sowie ein #dreidimensionales Audiosystem“ wird die Geschichte des Rheins voller Spannung in die Gegenwart transportiert. Wer bereit ist, sich bei dem Besuch des Romaticums auf eine imaginäre Reise durch multimediale Informationsdarbietung einzulassen, wird mit in Koblenz belohnt werden. (RheingauLinie, no date)

Abschließend wird Eines deutlich: Wir, im Event-Kurs, können uns auf eine ganz besondere Erfahrung im Bereich der Erlebnisausstellung freuen und werden sicherlich die ein oder andere Überraschung erleben!

Quellen

http://www.romanticum.de/index.php?id=2

http://www.koblenz-touristik.de/kultur/sehenswertes-koblenz/romanticum.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Forum_Confluentes

http://www.rheingaulinie.de/freizeit/kunst-kultur/romanticum-koblenz-die-neue-multimediale-erlebnisausstellung.html

http://taucher-sound.com/de/projekte/romanticum-ausstellung

http://www.forum-confluentes.de/

Einsatz in der Alten Feuerwache Mannheim: Word up!

Von Vanessa Ernst, Studentin an der Hochschule für Internationales Management Heidelberg

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(Alte Feuerwache Mannheim (no date))

#Poetry-Slam – das Update für das in die Jahre gekommene Gedichte lesen, als wären diese nie dagewesen. Nun aber Schluss mit den Thesen, viel Spaß beim Genießen!

„Poetry slam is the competitive art of #performance poetry. […] Slam has evolved into an international art form emphasizing audience #involvement and poetic excellence“.
– Marc Kelly Smith (Wikipedia (no date))

Allgemein hat die Poetry-Slam-Szene, die auch gerne als #Subkultur bezeichnet wird, innerhalb der letzten dreizehn Jahre ziemlich an #Popularität gewonnen (Rhein-Neckar-Zeitung (24.07.2014)).
Aber woran genau liegt das? Was ist ein #Poetry-Slam überhaupt? Und wieso wird dieses Veranstaltungsformat als Subkultur bezeichnet?

Ins Leben gerufen wurde dieses Format 1986 in Chicago von dem, unter den Kennern, weltweit bekannten „Slampapi“ #Marc Kelly Smith.

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(Chicagoslamworks.com (no date))

Der US-Amerikaner, der als Bauarbeiter arbeitete, veranstaltete erstmals solche Abende zusammen mit seinem eigens gegründetem „Chicago Poetry Ensemble“.
Dabei legte er besonderen Wert darauf, dass die Schriftsteller, Poeten und Schauspieler, welche dem Ensemble angehörten, ein gewisses Po(e)tential an #Unterhaltungswert und #Selbstinszenierung mitbrachten. Später erweiterte er sein bisheriges Konzept und teilte den Abend, der den Namen „Uptown Poetry-Slam“ tragen sollte, in drei unterschiedliche Teile:

  • „Open Mic“-Session – das heißt, jeder Bewohner Chicagos konnte seine eigens verfassten Texte vortragen
  • „Feature Poets“ – Poeten oder Schriftsteller aus ganz Amerika waren zu Gast, um ihre Texte zu präsentieren
  • „Chicago Poetry Ensemble“ – mit diesem Teil begann schließlich der eigentliche Poetry-Slam

Kurze Zeit später folgten auch die ersten erfolgreichen Poetry-Slams in New York, welche dann auch in den Medien Anklang fanden und so nahezu rund um die Welt bekannt wurden (Poetryslam.ch (no date)). Auch an Deutschland ging dieses neue, individuelle und interaktive Format nicht vorbei. So fand 1994 erstmals ein Poetry-Slam in Berlin statt.
Sicherlich kommt der Gedanke auf, dass es so etwas außergewöhnliches, vorwiegend in Großstädten geben- und dort auch sehr bekannt sein muss.
Allerdings wurde auch die Rhein-Neckar-Region von dieser Neuheit nicht verschont. Grund dafür war der studierte Erziehungswissenschaftler Frank Habrik, der seit 2003 am Deutsch Amerikanischen Institut in Heidelberg, neben seiner eigentlichen Tätigkeit, die #WordUp! Poetry-Slams organisiert (Morgenweb (13.11.2012)).
Dieses Format ist in Heidelberg und Mannheim sehr beliebt und „seit den 2000er Jahren sehr gut besucht, meistens sogar restlos ausverkauft“, so Habrik.
Trotz den Bedingungen, dass Poetry-Slams immer mehr Aufmerksamkeit bekommen und beliebter werden, sind sie nur bei einem kleinen Anteil der Bevölkerung bekannt.
Aus diesem Grund spricht man heute noch von einer Art Subkultur, die einen aufstrebenden Charakter hat (Rhein-Neckar-Zeitung (24.07.2014)).

Um diese Wissenslücke zu schließen, möchte ich im Folgenden kurz erläutern, was Poetry-Slam bedeutet und wie so eine Veranstaltung abläuft.
Das Wort „Poetry Slam“ kommt ursprünglich aus dem Englischen und wird grundsätzlich in zwei Wörter aufgeteilt: „Poetry“ bedeutet dabei übersetzt [Vers]Dichtung und „slam“ Wettstreit (Duden (no date)). Das heißt, es ist ein #Dichterwettstreit oder auch: „Gladiatorenkampf der Redenschwinger“ (DAI Heidelberg; zitiert aus Appenzeller Zeitung (06.01.2006)), der grundlegend auf die #Interaktion mit dem Publikum angewiesen ist.
Mit eine der wichtigsten Rollen spielt der Slammer/Poet/Autor selbst.
Aber wie kommt man generell zu einem Poetry-Slam? Wird man dazu eingeladen, oder meldet man sich an?
Auch diese Frage hat mir Frank Habrik beantwortet und gesagt, dass „beide Formen existieren. Ein Teil der Slammer wird eingeladen, es werden aber auch Plätze für regionale Teilnehmer freigehalten, die sich selbst für die Veranstaltungen anmelden.“
Natürlich kann der Abend nicht ohne Regeln verlaufen, denn schließlich erhält der Sieger auch eine (kleine) Prämie. Deshalb ist es umso wichtiger, zu wissen welche Regeln beachtet werden müssen:

  1. Das Publikum ist die Jury!
  2. Die vorgetragenen Texte müssen selbst verfasst sein
  3. Es gilt den Text innerhalb der vorgegebenen Zeit vorzutragen, d.h., es besteht ein Zeitlimit von 5 Minuten
  4. Es darf nur zitiert gesungen werden
  5. Bei dem Vortrag/Auftritt auf der Bühne dürfen keine Hilfsmittel verwendet werden, die vom Poeten ablenken könnten (auch keine Instrumente)

Nach dieser Klarstellung, die üblicherweise zu Anfang einer jeden Poetry-Slam Veranstaltung noch einmal erklärt wird, beginnt der eigentliche Hauptteil.
Bei unserem Besuch in der Alten Feuerwache Mannheim am 11.03.2015 traten neun Slammer an, die, zufällig und ebenfalls vom Publikum, in drei Gruppen gelost wurden.
Wir hatten das Vergnügen, zahlreiche lustige und auch gesellschaftskritische Slams, unglaublich kreative und neue Wortkreationen zu hören, wie beispielsweise „Schweigen Dilemma – Schweigen der Lämmer“ (Quelle: Aaron Schütz aus Braunschweig in seinem Poetry Slam), die eine permanente #Spannung erzeugten.
Letztendlich lag es an uns, dem Publikum, den Gewinner zu küren. Wir hatten die Wahl, welchem Slammer wir unseren lautesten Applaus schenken, was zusätzlich zu der ohnehin schon unglaublichen ausgelassenen Atmosphäre, noch viel mehr #Zusammenhalt schaffte.
Obwohl jeder Besucher individuell entscheiden konnte wer ihm oder ihr am besten gefiel, musste letztendlich im Plenum eine Entscheidung gefällt werden.
Als Fazit kann ich sagen, dass ich nicht glaube, dass diese Art der Spannung und Atmosphäre auf andere Veranstaltungen übertragen werden kann, da es doch etwas sehr außergewöhnliches ist und man als Publikum darauf angewiesen ist, zu hören, was gesprochen wird, um es im Anschluss bewerten zu können.

Zu guter Letzt, soll Jedermann sehen, wie die Slammer auf der Bühne vorgehen.
https://www.youtube.com/watch?v=gxVz3335NcU

Referenzen

Video